Der Chor

Gegründet wurde der Evangelische Posaunenchor Hohensachsen- Lützelsachsen im Frühjahr 1947 durch Pfarrer Peter Kohler. Er trat im Dezember 1946 seinen Dienst als Gemeindepfarrer in den beiden Gemeinden Hohensachsen und Lützelsachsen an. Pfarrer Kohler gehörte schon 1925 zu den Gründern des Posaunenchores in Heidelberg-Handschuhsheim. Es war bei seinem Engagement für die Sache sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis er in seiner neuen Gemeinde eine blasfähige Besetzung zusammen hatte. Der Chor begann im Frühjahr 1946 mit 14 Bläsern. In der Anfangszeit hing die ganze Arbeit an Pfarrer Kohler. Von der Anfängerausbildung bis zur Chorleitung übernahm er jede Aufgabe. Erst in den 50er Jahren konnte er chorleiterische Aufgaben weitergeben.

In den Jahren bis 1960 unterlag die Mitgliederzahl des Chores starken Schwankungen. 1961 übernahm Bernd Mayer die Chorleitung. Chorobmann war in dieser Zeit Pfarrer Kohler.

Mit nur sieben Bläsern im Jahre 1960 sah sich der Chor gezwungen, neue Mitglieder zu werben, besonders unter den evangelischen Jugendlichen und Konfirmanden der beiden Gemeinden. 1964 hatte der Chor auf diese Weise eine Größe von 19 Mitgliedern erreicht. 1964 konnten zum ersten Mal neue Instrumente gekauft werden. Die Mittel wurden dafür von den beiden Kirchengemeinden aufgebracht. Die Instrumente waren, wie es dem Trend der Zeit entsprach, in enger Mensur (Barockmensur) gekauft. Zuerst wurden eine Tenor- und Altposaune in F und später auch noch 2 Trompeten, eine Tenorposaune mit Quartventil und schließlich nochmals eine Altposaune in F angeschafft. In einer reinen Besetzung kam man so dem Barockideal am nächsten. In dem wachsenden Posaunenchor stellte sich jedoch das Problem, dass verschiedene Mensuren gespielt wurden, was dem Klangbild nicht förderlich war. Und so wurde später wieder von der Barockinstrumenten Abstand genommen.
Im Jahre 1965 wurde die erste eigene Feierstunde zusammen mit den Kirchenchören von Hohensachsen und Lützelsachsen veranstaltet. Diese Feierstunden werden seitdem in den verschiedensten Formen durchgeführt.

Im Jahre 1967 beging man zusammen mit dem Posaunenchor Heidelberg- Lutherkirche zum 20jährigen Bestehen des Posaunenchores eine Feierstunde in der Evangelischen Kirche Hohensachsen.
In den folgenden Jahren nahmen die Bläserdienste aufgrund der gestiegenen Leistung zu. Auch wurde das Missionsblasen auf Straßen und Plätzen in den beiden Gemeinden verstärkt und zu einem festen Bestandteil in der Bläserarbeit unseres Posaunenchores.
Im Jahre 1972, zum 25jährigen Bestehen des Posaunenchores, zählte der Chor 24 Mitglieder. Zum Jubiläum fand je eine Feierstunde in der Evangelischen Kirche Hohensachsen und in der Evangelischen Kirche Lützelsachsen statt. Aus Anlass des Jubiläums fand auch ein Bezirksbläsertreffen statt.

1974 trat Pfarrer Peter Kahler in den Ruhestand und verzog nach Haßmersheim am Neckar. Er beendete damit seine aktive Mitarbeit im Posaunenchor Hohensachsen- Lützelsachsen, blieb aber weiterhin der Posaunenarbeit treu. Im gleichen Jahr wurde er bei der Jahreshauptversammlung einstimmig zum Ehrenobmann des Posaunenchors ernannt.

Im folgenden Jahr wurde ein Verwaltungsbeirat gebildet, der die Aufgabe hatte, eine Satzung für den Posaunenchor zu erarbeiten. Der Verwaltungsrat bestand aus 6 Personen:
Chorobmann: Karl Fritz, Chorleiter: Bernd Mayer, Schriftführer: R. Fath
Stellvertr.: N. Sabottke Stellvertr.: F. Laudenklos, Kassenwart: H. Fath

Die Satzung wurde auf der Jahreshauptversammlung 1976 verabschiedet.
Nicht alle Austritte aus dem Posaunenchor waren freiwillig. Im Oktober 1975 verloren wir unseren treuen Bläser Karl-Heinz Fritz durch einen tragischen Verkehrsunfall.

Im Laufe der Jahre gelang es, den Chor auf eine reine Mensur zu bringen. Möglich wurde dies durch Instrumentenkauf (ca. 40%) auf privater Basis. Die Besetzung besteht seitdem aus Trompeten, Posaunen und Tuba. Im Februar 1976 wurden durch Landesposaunenwart Ludwig Pfatteicher einige Mitglieder des Posaunenchores für ihre langjährige Mitarbeit in der Posaunenarbeit im Rahmen eines Festgottesdienstes geehrt. Es wurde Georg Nicolay für über 50 Jahre, Werner Laudenklos, Karl Fritz, Helmut Hochwald und Bernd Mayer für 25 Jahre und mehr geehrt.

1977, zum 30jährigen Bestehen des Posaunenchors, fand eine festliche Abendmusik in der Evangelischen Kirche in Hohensachsen statt. Mit den Spenden der beiden Kirchengemeinden, von unbekannten Spendern und der Kollekte der Feierstunde konnte ein Paar Dreh-Kesselpauken angeschafft werden.
Als nächstes größeres Ereignis können 1979 die Festlichkeiten zur 1200-Jahrfeier Hohensachsen angeführt werden. Hier war der Chor bei verschiedenen Veranstaltungen voll eingesetzt.
Im Jahr 1980, zum 250. Jubiläum der Evangelischen Kirche Hohensachsen, hatte der Posaunenchor Hohensachsen- Lützelsachsen 36 Mitglieder. Von 1980- 1986 standen vielfältige Bläserdienste, sowohl im kirchlichen als auch im kommunalen Bereich auf dem Programm. Hier einige Beispiele: Die 250-Jahrfeier der Evangelischen Kirche in Hohensachsen 1980, die 75-Jahrfeier des MGV Eintracht Siegelsbach 1981, die 100-Jahrfeier des MGV Bargen 1981, die 100-Jahrfeier der TSG Lützelsachsen 1981,1982 die 50-Jahrfeier der Sportschützen 1982, die 100-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Hohensachsen 1982 und zwei Jahre später die 100-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Lützelsachsen. 1984 fand die 100-Jahrfeier des Evangelischen Kirchenchors Lützelsachsen statt. 1986 bestand der Evangelische Kindergarten 100 Jahre. Im Oktober 1986 stand das 25jährige Chorleiterjubiläum von Bernd Mayer an. Bei all diesen Veranstaltungen wirkte der Posaunchor mit. Bei Totenehrungen auf den Friedhöfen, bei den Festbanketten, bei den Festgottesdiensten oder beim volkstümlichen Blasen. Die Landesposaunentage und Bezirkstreffen wurden im genannten Zeitraum auch regeImässig besucht. Schmerzlich berührt hat uns der Tod unsers treuen Bläsers Georg Nicolay, der nach kurzer schwerer Krankheit am 12.2.1985 verstorben ist. Er war uns allen ein väterlicher Freund, und großes Vorbild. Nicht vergessen werden dürfen die vielen Bläserfreizeiten und -lehrgänge, die im Laufe der Jahre von vielen Bläserinnen und Bläsern unseres Chores besucht wurden.

Zu erwähnen sind die Fahrten der badischen Bläser nach Villar Pellice, Oberitalien, in die Waldensertäler. Diese Missionsfahrten werden schon seit 1957 durchgeführt. In den vergangenen Jahren sind auch noch einige neue Dienste hinzugekommen. So findet in Ritschweier, der Filialgemeinde der Kirchengemeinde Hohensachsen, einmal im Monat ein Gottesdienst statt. Hier übernimmt eine kleine Besetzung sowohl die liturgische als auch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Neu hinzugekommen sind auch die Wald- oder Wiesengottesdienste, die in beiden Kirchengemeinden einmal jährlich im Frühsommer begangen werden. Auch die Christmetten am 24. Dezember, die Karfreitagsmusiken, Konfirmanden-Dankgottesdienste und die Auferstehungsgottesdienste am Ostersonntagmorgen gehören dazu. Im kommunalen Bereich sind die Laternenzüge um den 11. November in Ritschweier, Hohensachsen und Lützelsachsen zu erwähnen. Die Feiern zum Volkstrauertag an den Gedenkstätten in Hohensachsen und Lützelsachsen gehören schon lange zu den Bläserdiensten.

1987 feierte der Posaunenchor sein 40jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen. Der Festgottesdienst fand in der Kirche in Lützelsachsen statt. In seiner Predigt fasste der damalige Landesobmann der Evangelischen Posaunenchöre in Baden, Pfarrer Traugott Wettach, seine Anerkennung für den Posaunenchor in Anlehnung an Worte des Paulus an die Thessalonicher zusammen: "Danke, dass es euch gibt." Der Gottesdienst gab auch die Gelegenheit, Bläser für langjährige Mitarbeit zu ehren. Karl Fritz erhielt für 40jährigen Bläserdienst die Kuhlo- Medaille -eine besondere Auszeichnung für Bläser -überreicht. Chorobmann Nikolaus Sobottke erhielt für 35jährigen und Andreas Mihajlovic für 25jährigen Dienst eine Urkunde. Hatte der Festgottesdienst eher familiären Charakter, bot die am gleichen Tag veranstaltete Feierstunde in Hohensachsen einen weit über die Gemeindegrenzen hinausgehenden Rahmen.
Neben dem Chorgründer Pfarrer i.R. Peter Kohler konnte der Chorobmann zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, Kirchenarbeit, ortsansässigen Vereinen und Posaunenchören aus nah und fern begrüßen. Musikalisch hatte die Feierstunde, die an der Orgel von Bezirkskantor Dieter Kreutz mitgestaltet wurde, für Laienbläser ein ansprechend hohes Niveau.
Zur Erholung, gemeinsamer Freizeitgestaltung aber auch zur musikalischen Vorbereitung des geplanten Konzertes verbrachten die Bläserinnen und Bläser gemeinsam mit ihren Familienangehörigen und Freunden einige Tage in Oppenau. Im Spätsommer des Jubiläumsjahres setzte ein Bezirkstreffen der Posaunenchöre des Bezirkes Ladenburg- Weinheim die Reihe der Veranstaltungen fort. Zahlreiche Bläser trafen sich auf dem Dorfplatz in Hohensachsen, um im Freien musikalisch das Chorjubiläum zu feiern. Abgeschlossen wurde das Jubiläumsjahr mit einem Konzert unter dem Motto "Festliche Bläser- und Orgelmusik" in Lützelsachsen. Bei dem Konzert wirkten Philippe Hechler (Trompete) und Johannes Michel (Orgel) mit. Nicht jedes Jahr kann wie ein Jubiläumsjahr den Ablauf der Chorarbeit bestimmen und den Chor in den Mittelpunkt stellen. Doch auch diese Jahre enthalten besondere Ereignisse und Höhepunkte, die den Chor prägen.

Im Jahre 1988 wurden drei Feierstunden veranstaltet; eine davon gemeinsam mit dem Kirchenchor Lützelsachsen. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Friedrich Laudenklos zum stellvertretenden Chorleiter gewählt. In Hohensachsen galt es wegen der Pensionierung von Pfarrer Joecks Abschied zu nehmen, der über ein Jahrzehnt die Arbeit des Posaunenchores wohlwollend unterstützt hat. Noch im gleichen Jahr wurde Pfarrer Eckert, selbst Bläser, als neuer Gemeindepfarrer eingeführt.
Im Rahmen eines Gottesdienstes 1989 in der evangelischen Kirche in Lützelsachsen wurde Birgitt Laudenklos für 25jährige Mitgliedschaft im Posaunenchor geehrt. Chorleiter Bernd Mayer überreichte ihr als Beauftragter der Landesarbeit die neugeschaffene Badische Bläsernadel in Gold.

Freud und Leid liegen auch im Leben eines Posaunenchores eng beieinander. Im Juli 1990 wurde der langjährige Bläser Werner Laudenklos zu Grabe getragen. Nur wenige Wochen später konnte der Chor im neuen Gemeindehaus in Lützelsachsen seine Probenarbeit aufnehmen.

Endlich stand ein für einen Posaunenchor akustisch und von der Größe angemessener Probenraum zur Verfügung.
Im Rahmen des Gottesdienstes am Feiertag Christi Himmelfahrt 1991 wurden in Hohensachsen langjährige Bläser des Posaunenchores geehrt. Auf 40 Jahre im Dienst der Posaunenarbeit konnten Bernd Mayer und Helmut Hochwald zurückblicken; Bernd Mayer auch auf 30 Jahre als Chorleiter. Beide erhielten das goldene Bläserzeichen und die Kuhlo- Medaille überreicht. Friedrich Laudenklos erhielt für 20 Jahre Bläserdienst die silberne Bläsernadel. Die Ehrungen nahm der damalige stellvertretende Landesobmann Lienhard Kohler vor. In seiner Ansprache dankte er den Jubilaren für ihre stete Einsatzbereitschaft. Ohne einen Stamm treuer, einsatzfreudiger Mitglieder sei eine erfolgreiche Arbeit des Posaunenchores nicht möglich. Viel Engagement und auch ein Verzicht auf Freizeit werden von denen aufgebracht, die so lange Zeit im Posaunenchor mitwirken.

1991, 92 und 94 ging der Posaunenchor auf Reisen. Zu Pfingsten 1991 besuchte der Chor die Partnergemeinden in Prenzlau und Schönfeld. Neben der Mitgestaltung der Gottesdienste veranstaltete der Chor zwei Bläserkonzerte in den zur Kirchengemeinde Schönfeld gehörenden Orten Tornow und Klokow. Als bleibende Erinnerung nahm der Chor die überaus freundliche Aufnahme in den Partnergemeinden und die herzliche Gastfreundschaft der Quartiergeber
von der Reise mit.

Im Jahr 1991 verstarb unser Chorgründer Herr Pfarrer Peter Kohler. Er wurde am 7.9.1991 zu Grabe getragen. Er wird uns unvergessen bleiben. Ein Jahr später nahm der Chor an der Fahrt der Gemeinde Lützelsachsen nach Schönfeld teil. Anlass war die Einweihung der neurenovierten Kirche. Auf 20 Jahre Partnerschaft mit Anet blickte die politische Gemeinde Hohensachsen 1994 zurück. Aus diesem Anlass nahm der Posaunenchor an der Fahrt nach Anet teil und wirkte bei verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen mit. Aus beruflichen Gründen legte der Obmann Nikolaus Sobottke sein Amt bei der Jahreshauptversammlung 1994 nieder. Dr. Björn Wolle wurde zum Obmann gewählt. Der Wechsel in der Chorführung wurde bei der Jahreshauptversammlung ein Jahr später fortgesetzt. Birgitt Laudenklos wurde zur stellvertretenden Chorobfrau gewählt. Sie trat die Nachfolge von Karl Fritz an, der zurücktrat, um die Verjüngung an der Chorspitze weiterzuführen. Eine besondere Abendmusik veranstaltete der Posaunenchor im Advent 1994 unter dem Motto "Bläser, Gesang & Klavier". Das abwechslungsreiche und durch die nicht unbedingt übliche klangliche Mischung interessante Programm wurde ausschließlich durch aktive und ehemalige Chormitglieder gestaltet. Neben den Bläserinnen und Bläsern des Posaunenchores wirkten Eckhart Mayer (Klavier), Andrea Forschner (Sopran) und Sebastian Meerwein (Tenor) mit.

Am Karfreitag 1995 gestaltete der Posaunenchor in Hohensachsen eine liturgische Feierstunde bei der Kirchenchor ebenfalls mitwirkte. Verabschiedet wurde in Lützelsachsen Pfarrer Uhl, der eine neue Aufgabe in Rom übernahm. In sein neues Amt als Gemeindepfarrer in Lützelsachsen wurde Pfarrer Böhmig eingeführt.